/

Die ‚Cheers‘-Bar in Boston wird aufgrund von Corona für immer geschlossen

4 mins read

Die Bar „Cheers“ auf dem Faneuil Hall Marketplace in Boston wurde Ende August geschlossen. Sie wurde von Tom Kershaw eröffnet, dessen Räumlichkeiten auf Beacon Hill zum Vorbild für die legendäre Show wurden. Seit 2001 ist sie Teil der Stadtgeschichte. Die Sitcom ‚Cheers‘ mit Ted Danson in der Hauptrolle endete 1993.

Der Bestizer Kershaw veröffentlichte eine Erklärung, in der er Covid-19 und seinem Vermieter die Schuld gab. Er sagt, dass der Veranstaltungsort „wundervolle 20 Jahre auf dem legendären Faneuil Hall Marketplace verbracht hat“ und fügt hinzu:

„Ich habe viele Höhen und Tiefen erlebt und bewältigt. Leider hat die COVID-19-Pandemie, kombiniert mit der fehlenden Unterstüzung unseres Vermieters diese aktuelle Herausforderung unüberwindbar gemacht. “

Im Gegensatz zu den Comedyserie von Sam Malone und Co.  ist Kershaw todernst. Die Replik-Bar war ein beliebter Treffpunkt für Fotos und zeigte Erinnerungsstücke aus der Serie sowie Kostüme.

Er begrüßte die ersten Kunden im Jahr 1969, als der Ort Bull & Finch Pub hieß. Dann, einen Jahrzehnt später, suchten 3 Kreative nach einem Ort, an dem sie ihre Fantasie anregen konnten. Es waren die ‚Cheers‘-Schöpfer Glen und Les Charles sowie James Burrows.

Das Team hatte bereits das Konzept einer Bar-Sitcom im Sinn. ‚Fawlty Towers‘ und sein chaotischer Barbertrieb haben das Setup teilweise inspiriert. „Wir haben darüber gesprochen, diese Bar irgendwo in der Wüste oder in einer kleinen Stadt zu platzieren“, sagte Les Charles 2012 zu GQ und feierte das 30-jährige Jubiläum der Show.

Warum gerade Boston für die Cheers Bar? Die Gruppe versuchte, über den Tellerrand hinaus zu denken. „Sie wurde im Fernsehen nicht sehr oft verwendet“, verrät Charles, „und wir wollten eine Stadt mit etwas Charme – eine Stadt, in der es eine Art Pub im englischen Stil gibt. Und es war eine sportverrückte Stadt. Alles schien richtig zu sein. “

Nach einem langsamen Start im Mittelfeld schossen sie Einschaltquoten von ‚Cheers‘ in die Höhe. Das Titellied „Where Everybody Knows Your Name“ von Gary Portnoy und Judy Hart Angelo gehört zu den denkwürdigsten Musikstücken auf kleinen Bildschirmen.

Das Ensemble wurde von Ted Danson als Barbesitzer und Shelley Long als temperamentvolle Kellnerin mit der Dichterin und Aushile Diane Chambers geleitet. Ebenfalls langfristig anwesend waren Rhea Perlman, die verbitterte Arbeiterin Carla, George Wendts als Norm Petersen und John Ratzenberger als bizarrer Postbote Cliff Clavin. Andere beliebte Charaktere waren Nicholas Colasanto als Coach – der in den ersten drei Spielzeiten (1982 – 85) vor seinem Tod die Hauptrolle spielte – und der zukünftige Star Woody Harrelson, der den schlagfertigen Woody Boyd spielte. Kirstie Alley ersetzte Long ab Staffel 6 als Rebecca Howe.

Die wohl bekannteste Figur war Dr. Frasier Crane alias Kelsey Grammer, der zwischen 1993 und 2004 seinen eigenen erfolgreichen Spin-off hatte. Bebe Neuwirth war seine bessere Hälfte Lilith, die sie in beiden Shows porträtierte.

Als Danson sich entschied zu gehen, wurde die Entscheidung getroffen, den alten Ort endgültig zu schließen. Alle Darsteller haben ihre Rollen auf die eine oder andere Weise wiederbelebt. Sam Malone besuchte Seattle um „Frasier“ zu treffen, und zuletzt traten Perlman, Wendt, Ratzenberger und Alley letztes Jahr in der Retro-TV-Sitcom „The Goldbergs“ auf.

Als die Sitcom ins öffentliche Bewusstsein drang, änderte Kershaw den Namen seiner Bar und eröffnete einen Geschenkeladen.